Beiträge vom: Dezember, 2007

Welche Farben, welcher Style, welche Accessoires 2008 angesagt sind

Schwarzes Kleid mit goldener MusterungNachdem ich jetzt so durch die Modezeitschriften geblättert habe, habe ich wieder Hoffnung auf stilvollere Zeiten ;)

Der feminine Look kehrt wieder!
Mit hellen Farben wie weiss, beige, chamois und naturweiss starten wir ins Frühjahr. Kombiniert mit farbkräftigen “Accessoires”, , die gerne die weibliche Figur zur Geltung bringen oder auch das eine oder andere Pölsterchen kaschieren. Die Tunika über einer schmalen Hose mit einem breiten Gürtel zum Beispiel, betont die Taille, kaschiert aber die Hüften.

Ob nun elegant oder sportlich, auf jeden Fall feminin soll es sein. Accessoires wie Gürtel oder Korsagen kommen groß raus. Die Hüfthose ist zum Glück out, schmale Hosen oder auch Marlene-Hosen sind im Kommen -der Divenlook gewinnt. Großer und extravaganter Schmuck ist angesagt, ebenso Schals und Überwürfe in kräftigen Farben mit ornamentalen oder grafischen Mustern, um die hellen Basisfarben aufzupeppen.

Einher mit femininem Comeback geht ein bißchen Romantik-Look, fliessende Stoffe, die die weibliche Figur positiv zur Geltung bringen. Was auch geht, sind “herbe “Accessoires, die ein bißchen an Keira Knightleys Kriegerinnen-Filmoutfit erinnern, fliessende Stoffe, breiter Gürtel oder Lederhandschuhe mit Nieten oder auch Stulpen.

Überhaupt ist Materialmix salonfähig geworden, Natur und Synthetik, Rippenstrick und Seide – alles geht.

Feminine “Musts”:

  • schmaler Rock, schmale Hose
  • Tunika oder Longbluse
  • Extravagante Accessoires zum Kombinieren

Grundsätzlich ist zu empfehlen, sich hochwertige Basisstücke anzuschaffen und durch verschiedene, stimmungs- und tageszeitabhängige Accessoires zu variieren.

Für den Sommer werden die Farben insgesamt kräftiger, Kleider sind gern gesehen. Das Schuhwerk wird wieder etwas “gangbarer”, Frau kann auch wieder bequemeres Schuhwerk tragen, dass beispielsweise eher durch raffinierte Schnürungen das Auge erfreut als durch hohe Absätze. Wenn aber Absatz, dann geht alles, Block- oder Bleistiftabsatz, die Plateausohle bleibt uns weiterhin erhalten, ist aber kein “Muss”.

Fazit: Weiblichkeit betonen, Akzente setzen.

Das Düsseldorfer NRW-Forum Kultur und Wirtschaft zeigt Modefotos aus 163 Jahren.

Die seit November 2007 gezeigte Sammlung von F.C. Gundlach beinhaltet nahezu 400 Fotos aus über 160 Jahren. Ein Querschnitt durch die Welt der “Mode”, anhand von Modefotografien, Fotos von Schaufensterdekorationen, künstlerischer Aktfotografie – also Mode aus unterschiedlichen Perspektiven.
Zum Einen sind die unterschiedlichen Sichtweisen der um die 100 Fotografen hochgradig spannend, zum Anderen gewinnt man auch den Eindruck, dass der Schwerpunkt des Sammlers sich im Laufe der Zeit gewandelt hat.

Unter den gezeigten Fotografen finden sich illustre Namen wie

  • Irving Penn, bekannt als Modefotograf, aber auch für seine eindringlichen Porträts von Pablo Picasso oder Miles Davis
  • Richard Avedon, ebenfalls bekannter Modefotograf
  • Robert Mapplethorpe, unter anderem bekannt für seine erotischen Männerfotografien

Des weiteren Arbeiten von David LaChapelle, Wols, Herlinde Koelbl, Peter Lindbergh, Martin Kippenberger und vielen weiteren, weniger bekannten Künstlern – eben ein “Rundumschlag” vom Kenner ausgewählt.

Die ursprüngliche Ausstellung des Sammlers unter dem Titel “The Heartbeat of Fashion” wurde von ihm selbst im letzten Jahr zu seinem 80. Geburtstags ausgewählt und im selben Jahr erstmals im “Haus der Photographie” der Hamburger Deichtorhallen gezeigt.
F.C. Gundlach ist Mitbegründer des “Haus der Photographie” in den Hamburger Deichtorhallen und seine reichhaltige Sammlung bildet dessen Basis.
Für das NRW-Forum in Düsseldorf wurde diese Ausstellung nun neu zusammengestellt.
Zur dieser Ausstellung, die noch bis zum 24. März 2008 zu sehen sein wird, gibt es einen Katalog mit 311 vierfarbigen Seiten sowie ein Plakat im der Größe A3.

Wer sich das anschauen mag: Das NRW-Forum ist zu finden in Düsseldorf, Ehrenhof 2, Tel.: +49 (0)211 – 89 266 90

Charles Jourdan

Schuhmode von Charles Jourdan – am Ende?

Charles Jourdan selbst weilt ja leider nicht mehr unter uns, aber der jetzige Besitzer des Labels, das hauptsächlich für seine Schuhe bekannt ist, scheint pleite zu sein.

Der französischen Presse zufolge ist dieser Besitzer wegen Unregelmäßigkeiten aufgefallen und kam kürzlich in Untersuchungshaft wegen möglicher Unterschlagung mehrerer Millionen Euro. Das Unternehmen stand schon zweimal auf der Kippe und wird nun wohl endgültig aufgelöst.

Sehr schade. Ich besitze noch ein Paar Schuhe aus der Zeit, in Monsieur Jourdan noch lebte und muss sagen, dieser Mann hatte wirklich was drauf. Jetzt werden einige Leserinnen sich fragen, wer ist Charles Jourdan ?
Nun, es ist nicht der Schauspieler, das war Louis ;)

Zugegeben, er ist nicht in aller Munde, aber doch sehr bekannt. Seine Schuhe hatten einen ganz besonderen Charme, klassisch, aber hauptsächlich in den Zwanziger und Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts avantgardistisch. Durch geschickte Werbekampagnen setzte Charles Jourdan sich und sein Schuhe ins rechte Licht und wurde so berühmt.
Der Mann wurde 1883 geboren, er erklomm die ersten Stufen der Karriereleiter um 1917 herum und in den 30er Jahren waren seine “Sexy Sandaletten” der Renner – sozusagen.
Nicht, dass man bzw. Frau in diesen Schuhen schnellen Schrittes voran käme, sie sind mehr zum Schreiten, Schlendern, “An-der-Bar-sitzen” oder “Von-der-Tür-bis-zum-Bett-gehen” gedacht.

Seine erste Boutique in Paris eröffnete er 1957, später kreierte er auch schon mal Schuhe für Dior. Es gibt unter dem Namen Charles Jourdan auch Herrenschuhe und Herrenkleidung, doch sein wirkliches Talent lag definitiv bei “Stilettos” für Damen . Es gibt natürlich auch die alltagstauglichen Schuhe von ihm – schick, klassisch, solide Verarbeitung…Wobei man jetzt ja wohl zur Vergangenheitsform wechseln muss.

Adieu Monsieur Jourdan.

Persönlicher Blick auf die exzentrische Designerin Vivienne Westwood.

Eine meiner liebsten Beschäftigungen ist, zu schauen, was gerade “en vogue” ist. Nicht, weil ich sofort losgehen will, um all die neuen Trendklamotten einzukaufen, sondern um mich davon inspirieren zu lassen. Denn, sein wir mal ehrlich, mich kleidet einfach nicht alles, was gerade “in” ist. Mal ganz abgesehen davon, dass mir auch nicht alles gefällt…

Vivienne Westwood ist eine Person, die einem genau das beibringen kann: Schau, was Dir gefällt, ob es Deine Vorteile zur Geltung bringt, und dann trage es mit Stolz.
Natürlich ist sie in erster Linie eine Designerin, die mit ihren Entwürfen einen Teil der Modewelt bestimmt und ihre Kollektionen verkaufen will.

Aber sie spricht mich als Persönlichkeit an, sie ist exzentrisch, sie erachtet Mode als IHR Mittel zum Zweck und sie ist wirklich wandlungsfähig.
Die 1941 geborene Modeschöpferin eröffnete 1971 mit “Waltz-with-me”-Malcolm McLaren, ihrem damaligen Ehemann, ihre erste Boutique, in der hauptsächlich Ted-Mode über den Tresen ging. Nach einigen Wandlungen wurde daraus dann schließlich eine Dessous-Boutique mit S&M-Touch. Dann gab es weitere Wandlungen des Stils und Sortiments mit klangvollen Boutique-Namen.
Erst 1981 ging sie mit einer professionellen Kollektion an den Start, die sich dem Piratenlook annäherte. Dann kamen weiter Kollektionen, zahlreiche Inspirationen, ob nun beim Rokoko oder bei Clint Eastwood zeigen, wie souverän sie sich in der Kostümgeschichte bewegt und nicht zuletzt ihren Sinn für Humor.
Vivienne Westwood ist nicht nur eine “Queen of Punk” sondern eine schillernde Persönlichkeit mit Ecken und Kanten, die in letzter Zeit verstärkt politische Ereignisse mit ihren Kollektionen kommentiert oder als ein neueres Statement aus Tier- und Artenschutzgründen künftig auf den Einsatz von echten Pelzen verzichtet.

Nachdem sie einige Jahre unter anderem in Berlin einen Lehrauftrag hatte, hatte sie im November 2007 wieder einen Auftritt in Berlin, im Rahmen der “Berliner Lektionen”, bei dem sie ihr Manifest vorstellte. Es handelt sich, vereinfacht gesagt, um einen Appell sich gegen Propaganda jeglicher Art zu wehren und sich nicht dem Konsumterror zu ergeben.
Das löst natürlich ambivalente Reaktionen aus, aber nichtsdestotrotz: Ich mag Exzentriker, besonders, wenn sie gut gekleidet sind.

Ihre erste Dessous-Boutique eröffneten Joseph Corré und Serena Rees 1994 in Soho.

13 Jahre später unterhält “Agent Provocateur” Geschäftsstellen auf der ganzen Welt; zu den Kundinnen zählen Kate Moss, Nicole Kidman und Madonna. Angetreten war das Designer-Paar, um die “britische Prüderie” (so verkündet es ihre Homepage) zu bekämpfen. Ein voller Erfolg, möchte man meinen.

Was ist das Geheimnis der Marke? Der Stil der Designer ist dabei kaum einheitlich. Ornamentale Verzierungen und ironische Neu-Interpretationen vergangener Mode-Epochen tauchen jedoch immer wieder auf. Mit Korsetten, Push-Ups etc. liefern Corré und Rees die Stoffe der New Burlesque. “Agent Provocateur” wusste sich stets gut zu vermarkten. Populäre Werbekampagnen wie der Rodeo-Clip mit Kylie Minogue oder ein nicht minder aufsehenerregender Film, in welchem Dita von Teese einen Mann, der offensichtlich dem amerikanischen Präsidenten nachempfunden ist, quält, verbreiteten sich aus naheliegenden Gründen sehr schnell (“Virales Marketing”) und trugen mit dazu bei, dass “Agent Provocateur” tatsächlich die einzige etablierte Dessous-Marke von internationalem Rang ist.

Agent Provocateur, Soho.

Auch sexy, oder?Junge Frauen, erkläre jüngst Miuccia Prada, „tragen die aufreizendsten Outfits, sie sind jung und wunderschön – und immer allein. Weil sie nicht verstanden haben, wie verdammt unsexy es ist, when you dress for sex. Je sexier sie sich kleiden, desto weniger sexy sind sie, und, das ist noch schlimmer: desto weniger Sex werden sie haben!“ Signora Pradas Abneigung gegenüber stoffarmen Kleidungsstücken mündet in ein Loblied der Uniform, denn sie verbirgt viel mehr, als sie zeigt – und ist dabei körperbetont und bequem.

Man möchte Miuccia Prada, die nach wie vor eine der einflussreichsten Modeschöpferinnen der Welt ist, danken für diese Worte. Auch wenn man, was die Uniform betrifft, nicht unbedingt ihre Ansichten teilen mag. Ein Umdenken der Mode ist längst überfällig. Warum? Weil die Haute Couture eine verzögerte Auswirkung auf die Alltagsmode hat. Die knappen, körperbetonten, bisweilen ziemlich eindeutigen Klamotten, die heute von „jugendlichen“ Modeketten angeboten werden, reagieren auf die Trends der Haute Couture der auslaufenden Neunziger. Bloß übertreiben sie es bisweilen – was von den Kreationen der Designer im Alltag hängen bleibt, ist oftmals nur noch eine Karikatur. Ein fabelhaftes Beispiel ist der Glamour-Stil von Dolce und Gabbana, der inzwischen auch in Neukölln angelangt ist – billig, ironiefrei und sexistisch.

Es ist höchste Zeit, dass die Kreativen der Branche reagieren und einen konträren Stil entwickeln; eine Mode, die elegant und verführerisch ist, und ohne dabei provokativ und entwürdigend zu sein – im Alltag zu besichtigen ab 2015.

Wünscht sich mehr Eleganz: Miuccia Prada.