Beiträge vom: Februar, 2008

Über schöne Dessous und einen Slip, den die Frau meiner Meinung nach wirklich nicht braucht.

Dessous sind schön und gut, wenn man bedenkt, welche Wandlung die Wäsche so im Laufe der Jahrhunderte durchgemacht hat… In den Zwanziger Jahren war der BH ja mehr ein Stoffstreifen, um die Brüste flach zu binden, da waren Brüste nicht so “en vogue”, das wandelte sich dann recht schnell. Ein schönes Dekolleté war in den Sechziger Jahren der absolute Bringer und dann wandelte es sich wieder, Hippies trugen nicht dringend BHs ;)

Momentan sind pralle Dekolletés wieder angesagt – gerade heute habe ich wieder einige recht freizügig dekolletierte Damen gesehen – Brrr, also mir ist das noch zu frisch um den Hals ;)

Gerade haben wir ja diverse Modenschauen hinter uns, in denen uns auch die neuen Dessous vorgeführt wurden, Agent Provocateur zum Beispiel hat wieder sehr schöne Wäsche gezeigt. Die Materialien insgesamt sind eher edel und anschmiegsam, sehr sexy und leider häufig richtig teuer. Aber der hohe Preis zahlt sich häufig aus, was Tragekomfort und Haltbarkeit angeht. Wenn ich mal 5.000 Euro übrig haben sollte, fliege ich nach Paris ins “La Fayette” – die haben eine großartige Dessous-Abteilung, da wollte ich gar nicht wieder weg ;)

Das unnützeste Teil, was ich – allerdings hierzulande – gesehen habe, ist ein Slip mit Täschchen vorne drauf. Jetzt fragen wir uns einen Moment lang, was das soll – stimmt’s? Nun, auf dem Slip-Täschchen steht “call me” – klingelt’s jetzt? Nein, eigentlich soll es ja vibrieren – dieser unsägliche Stofffetzen soll den Damen zum Vergnügen dienen, auf dass sie ihr Mobiltelefon darin transportieren und bei Vibrationsalarm erfreut sind.

Also nee…für mich dann nicht, danke. Ich stelle mir das gerade vor, wie ich im Zug sitze und dann ans Telefon muss.
Einziger Nutzen darin könnte wohl für Fernbeziehungen bestehen, wenn man abends nur miteinander telefonieren kann, aber ist ja auch blöd, wenn die Frau dann nicht ans Telefon geht, weil es so vergnüglich vibriert…Alles in allem eine völlig unnütze Erfindung.

Der Oscar wird 2008 in der Nacht vom 24. zum 25. Februar nach unserer europäischen Zeit verliehen und es gibt eine Designerin, die Roben für Hunde nach den Kleidern der Preisträgerinnen entwirft.

Ich liebe ja die Oscar-Verleihung, aus mir selbst unerfindlichen Gründen schaue ich mir gerne Stars auf dem roten Teppich an und höre gerne mehr oder weniger verschlüsselte Botschaften bei der Dankesrede. Besonders mochte ich die von Steve Martin moderierte Verleihung, das war, glaube ich 2003 – die, wo Michel Moore geradezu von der Bühne gezerrt wurde ;) – zum Glück hatte der keinen verkleideten Winzhund.

Das modische Grauen © flickr / *SMILING PUG*Der Hund als Accessoire
Kleinhundbesitzer wie Paris Hilton und Scarlett Johansson scheinen es großartig zu finden, Outfits und Accessoires in exklusiven und teuren Damen-Boutiquen zu kaufen.
Es mag wohl anspruchsvoll sein, Hunde “einzukleiden” – sie haben keine Schultern, sie laufen auf vier Beinen, schwierig dafür ein Kleid zu entwerfen, mal abgesehen von der Gefahr, dass das teure Stück angeknabbert oder vollgesabbert wird sowie das arme Tier schlicht zum Stolpern bringt.
ABER: Ich finde das einfach nur seltsam, kleine wie große Hund haben Fell, die brauchen keine Kleidung.

Ich würde ja gerne das Gegenprogramm sehen: Im Gothic-Outfit mit einem wirklich großen Hund, der so Portionen, wie die kleinen Hündchen eher zum Frühstück vernascht ;) – beide mit ein paar Nietenhalsbändern und einer Leder-Korsage oder ähnlichem bekleidet. Ich bin sicher der Hund und sein Frauchen/Herrchen hätten viel Spaß, die kleinen Chihuahuas, Yorkshire-Terrier oder Möpse (Hunde meine ich) wohl eher weniger.

Da hätte Paris Hilton zum Beispiel doch wirklich mal einen guten Grund, ihren Hund zu tragen ;)

Vintage, gebraucht gekauft oder aus dem Laden – ein Erfahrungsbericht.

Der Vintage-Look als solcher ist mir ja nicht unsympathisch… Retrolook gefällt mir nicht aus jedem Jahrzehnt, aber ältere Kollektion eines Designers finde ich durchaus schick und zwar nicht erst, seit Julia Roberts zur Oscar-Verleihung 2001 in einem fast 20 Jahre alten Valentino-Kleid erschienen ist ;)
Auf künstliche Löcher, zerrissene Stellen oder ausgewaschene Farben stehe ich wiederum nicht so. Aber das nur nebenbei, die Frage ist hier mehr, wo kriegt man sowas her?

Auf Mailands Laufstegen ist was los ;)

Jetzt mal abgesehen von der Mode, da komme ich gleich noch zu, da gibt es “Aufregung” wegen eines Busenblitzers von einem Model Cavallis? Das hatten wir doch schon so oft, ob nun Bai Ling bei den vorletzten Berliner Filmfestspielen oder Janet Jacksons Metallschmuck an der Brustwarze, der so viele Football-Fans schockierte, ganz zu schweigen von Heidi Klum und ihrem Dialog mit den Brüsten Hans und Franz und so weiter. Auf den Laufstegen wird doch sowieso viel nackte Haut gezeigt – das kann nicht ernst gemeint sein ;)

Dessous © paperdog2005 / flickr.comWobei – da helfen ja Dessous, die ja auch während der Modenschauen gerne gezeigt werden. Dass ein BH eine Frau verschönern und sehr verführerisch wirken kann, ist ja nichts Neues. Man denke an die Korsage mit den extrem spitzen Brüsten, die Jean Paul Gaultier für Madonna entwarf. Heute ist ja die Lust der Frauen an natürlichen, weichen, angenehmen Materialien, Farben und Designs gewachsen. Wie immer ist erlaubt, was gefällt und wer sich was leisten kann – es gibt auch diamantbesetzte BHs, wie auch an Heidi Klums Hans und Franz gesehen ;)

Zurück zur Mode: War es in London noch ein wenig skurril oder gar düster, wurde es hier in Mailand dann doch eher kunstvoll, deutlich glamouröser und opulenter. Die kurzen Röcke erwähnte ich ja schon, schön dazu sind gemusterte Strumpfhosen, die habe ich auch schon vermisst. Die sind nämlich in letzter Zeit seltener geworden, aber nun kommen sie wieder: In Raubtier-Prints und grafischen Mustern.
Schön feminin und luftig-transparent wie im Sommer mit Chiffon und Seide, die Eiseskälte wird von Rollkragenpullover darunter oder einer groben Strickjacke darüber abgehalten, auch voluminöse Mäntel mit großen Krägen sind gerne genommen.

Die London Fashion Week mit Mode für die Herbst/Winter-Saison 2007/2008.

Ich bin ja bekennender Fan Londons und einiger exzentrischer Persönlichkeiten, die “Great-Britain” so hervorgebracht hat.
Aber London hat es nicht einfach in der Mode-Welt, gegen Paris oder Mailand anzukommen, ist ein harter Kampf. Besonders zur Zeit, da die Amerikaner große Angst vor der “bösen” drohenden Rezession haben, bleiben auch schon mal die wichtigen Einkäufer weg. Obwohl Vivienne Westwood erstmals wieder ihre neue Kollektion (Red Label) in “good old London town” zeigte, ist die Frage, ob man neue Käuferschichten erschließen kann, vielleicht osteuropäische Kunden? Die scheinen eine Vorliebe für den exzentrischen Style zu haben – nun, ich drücke die Daumen.

Meine liebsten und schönsten Kleider habe ich in London gekauft, so was kriegt man hier einfach nicht.

Doch zurück zur Modemesse, die Röcke für den kommenden Winter sind richtig kurz – brrrrr – aber schick ;) Ein gewisser Hang zur Asymmetrie ist zu beobachten, einige wirklich skurrile Kopfbedeckungen waren auch dabei…Nun, in London haben Hüte ja einen ganz anderen Stellenwert als hierzulande, schade eigentlich.

Vivienne Westwood Plakat © flickr / udono

“Vivienne Westwood” hat auch wieder eine Botschaft parat, extra für die Show entworfene Unterhosen in “Guantánamo Orange”, diese wurden wiederum von der Menschenrechtsorganisation “Reprieve” in Zusammenarbeit mit Agent Provocateur entworfen. Darauf stand ein Statement, das sinngemäß bedeutet, dass “der Begriff “fairer Prozess” ja wohl “für den Arsch sei”. Das spielt natürlich auf die Nicht-Einhaltung der Menschenrechte auf Guantánamo an. Ansonsten zeigte Westwoods erster Auftritt seit neun Jahren in London Entwürfe in bekannter schriller Punk-Manier, aber auch figurbetonte Wollkleider, die allseits beliebten Overknee-Stiefel und natürlich wieder traditionelle Schottenmuster.

Timberland Schuhe - flickr©Declan TM

Eigentlich ist das mit dem Aussehen so eine Crux, denn möchte man auf dem neuesten Stand sein und sich mit entsprechenden Marken ausstatten, muss man sehr oft tief in die Tasche greifen. Gerade große Labels bieten aber immer öfter die Möglichkeit an, Markenware kostengünstiger in Outlet-Stores zu erwerben.

Das Geheimnis von Outlet-Stores ist eigentlich keines. Durch den Wegfall von Gebühren für Händler und Zwischenhändler haben die Produzenten die Option, ihre Ware zwischen 30 und 70 Prozent billiger anzubieten. Auch wenn kleine Fehler in der Produktion entstanden sind und die Ware eigentlich durch das Qualitätsraster fallen, können sie trotzdem noch kostengünstig angeboten werden. Oftmals sind dies so geringe Mängel, dass man diese mit dem bloßen Auge gar nicht erkennen kann.

Ein wunderbares Beispiel hierfür ist der Outlet-Store von Timberland im bayrischen Baierbrunn. Timberland bietet hochwertige Kleidung und Schuhe an, die aufgrund ihrer hochwertigen Verarbeitung im gehobenen Preissegment angesiedelt sind. Nun macht es natürlich einen Unterschied, ob man nun in München den Weg in einen Timberlandshop nimmt und höhere Preise in Kauf nimmt oder in das nur wenige Kilometer von der bayrischen Landeshauptstadt entfernte Baierbrunn fährt und dort satte Rabatte einfährt.

Letztendlich muss man selbst entscheiden, ob der Weg in einen Outlet-Store finanziell lukrativ ist, aber gutes Aussehen muss halt nicht teuer sein.

Aus dem Leben des Modeschöpfers Yves Saint Laurent.

Yves Saint Laurents Familie väterlicher- wie mütterlicherseits stammten aus Elsaß-Lothringen und flohen während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 nach Nordafrika. Er wurde 1935 geboren und wuchs in Oran, Algerien auf und entdeckte während einer Theateraufführung seine Leidenschaft für Kostüme. Schon mit 11 Jahren zeichnete er Skizzen und Entwürfe für Theaterkostüme.

Im Alter von 17 Jahren kam er nach Paris und begann seine Ausbildung zum Mode- und Bühnenzeichner. Im Laufe dieser Studienzeit gewann er einen Modezeichner-Wettbewerb mit dem Entwurf eines Cocktailkleides . Seine Modezeichnungen wurden in der Vogue veröffentlicht und der Direktor der Vogue stellte den jungen Designer Christian Dior vor, wo Yves bis zu dessen Tod im Jahre 1957 arbeitete. Mit nur 21 Jahren wurde er zum Art Direktor befördert und seine erste Kollektion für Dior war ein weltweiter Erfolg. Seine erste eigene Kollektion bei Dior präsentierte er 1958.
Tragischerweise wurde er 1960 vom algerischen Militärdienst eingezogen, wo schon fünf Jahre der Algerienkrieg herrschte. Er erlitt nach wenigen Tagen einen Nervenzusammenbruch und wurde auf geradezu mittelalterliche Weise in psychiatrische Behandlung überwiesen und mit Elektroschocks und schweren beruhigenden Drogen behandelt, was eine lebenslangen Sucht zur Folge hatte.

Dior löste den bestehenden Arbeitsvertrag, aber Bergé glaubte an Saint Laurents Talent und tat alles, um ihn wieder aus der Psychiatrie zu befreien, was auch ein Jahr später gelang. Von da an schneiderte Saint Laurent nur noch für das Modehaus Bergé, mit dessen Geschäftsführer er auch mehr als zehn Jahre zusammen lebte, auch nach ihrer freundschaftlichen Trennung blieben sie Geschäftspartner.

Da er in seinen Kollektionen transparente Stoffe, schwarze Stoffe und Jersey-Stoffebeinhalteten, galt er in den frühen Sechziger Jahren durchaus als skandalös. 1966 eröffnete er in Paris seine erste Boutique für bezahlbare Prêt-à-porter-Mode und gewann neue Käuferschichten. Obwohl eher publikumsscheu erlangten der Modeschöpfer und sein Label YSL zunehmend internationale Bekanntheit. Die Schauspielerin Catherine Deneuve war eine seiner Musen.
2002 verabschiedete sich Yves Saint Laurent von der Modewelt und zog sich zurück. Seine letzte Schau war eine Hommage an einen großartigen Modeschöpfer, die Prominenz der Modewelt und dem kulturellen Leben verabschiedeten sich von Saint Laurent. Viele berühmte Models wie Naomi Campbell, Jerry Hall und Laetitia Casta traten ein letztes Mal für ihn auf und die Grande Dame des französischen Films Catherine Deneuve sang ein Liebeslied.

Über Modetrends für den nächsten Winter in Düsseldorf und Madrid und Ausschluss von “Mager-Models”.

Ein Teil der Modewelt tummelt sich dieser Tage am Rhein – die Igedo Fashion Fairs finden vom 10. bis 12. Februar in Düsseldorf statt. Was trägt Frau in der kommenden Herbst/Winter-Saison? 2200 Aussteller internationaler Herkunft, 44 Länder haben dazu was zu sagen.

Lila ist angesagt
Was früher unter anderem als Farbe der Feministinnen verschrien war, wird in der kommenden Saison 2008/2009 den Ton angeben. In mädchenhaften Pastell-Varianten oder als Gegengewicht zu Schwarz – Lila ist “in”.
Außerdem wollig-warme Strick-Variationen, in groben Maschen für riesige Schals oder kuschelige Mützen sowie Feinstrick für Twin-Sets, Pullover oder kurze Wollkleider in A-Form. Doch auch beim schicken Strick werden die dezenten Töne wie Cremeweiß beispielsweise aus dem Sommer mit in den Winter genommen.
Hosen werden ganz eng oder ganz weit getragen, dazwischen gibt es nichts. Auch die grafischen Muster, die wir diesen Sommer haben werden, retten sich in den Winter hinüber, meistens auf weiten Hosen und kurzen Kleidern.

Der Mantelkragen! © flickr / publifellaMein persönlicher Favorit: Mäntel mit großen Krägen, die halten nicht nur warm, sondern sehen auch einfach elegant aus.

Ein anderer Teil der Modewelt bewegt sich in Madrid, zwei Wochen dauernd die Schauen dort und sind das wichtigste Mode-Event Spaniens.
Auch da gibt es schöne Mode zu sehen, aber was ich wichtig finde:
Seit 2006 werden Models mit einem Body-Mass-Index (BMI) von weniger als 18 von den Modenschauen ausgeschlossen. Das Vorbild der Madrider Modewoche, besorgniserregend magere Frauen vom Laufsteg zu verbannen, wurde den Mailänder Modenschauen übernommen.
Das finde ich großartig, ich weiß schon, dass angeblich viele Deutsche übergewichtig sind, aber seien wir mal ehrlich: Dass wir hier überhaupt Übergewicht entwickeln können, ist ein auch ein Zeichen von stabiler Wirtschaft und somit geradezu LUXUS!

Ich finde ein gesundes Wohlfühlgewicht prima, nicht zu dünn, nicht zu dick.

Markenkauf aus Überzeugung oder als Ersatzhandlung?

Das Wort Fashion-Victim sagt sich so leicht dahin, aber ab wo fängt das “Opfer-Sein” eigentlich an? Der Begriff “victim” deutet an, dass man nicht selbstbestimmt handelt, eigentlich etwas, was uns beunruhigen sollte.

Kaufrausch
Es gibt Frauen, die haben einhundert bis dreihundert Paar Schuhe. Vielleicht dazu noch jeweils eine passende Handtasche. Jeden Tag des Jahres ein Paar andere Schuhe – Kaufsucht?flickr/streetlife45
Brauchen tut man beziehungsweise frau die nicht wirklich alle ;) Warum also kauft man ein? Um sich aufzumuntern? Zur Belohnung? Die Werbung sagt uns, wir seien es uns wert. Wir werden häufig nach dem Belohnungsprinzip erzogen.

Dass die hippen Frauen aus der Serie “Sex and the City” zum Beispiel Schuhe von Manolo Blahnik tragen? Das danach der Umsatz der Läden merklich ansteigt finde ich schon beunruhigend. Natürlich sind die Schuhe toll, aber nicht jeder kann sich diese Schuhe locker leisten.

Unterscheiden oder Dazugehören
Was genau macht den Reiz eines großen Logos, beispielsweise auf dem Hintern aus? Markenmode hat natürlich den Ruf, besser verarbeitet zu sein, was ein guter Grund zum Kauf ist. Aber das Jennifer Lopez oder Britney Spears eine Marke trägt? Was die tragen, steht einem selbst noch lange nicht, oder? Wunsch nach Gruppenzugehörigkeit?

Manche Menschen wollen sich auch unbedingt abheben, mit ihrem Outfit den gewollten oder existierenden Unterschied verdeutlichen.

“Fashion-Victim” ist ein dehnbarer Begriff und ich hoffe mal, dass die meisten, die sich als solches bezeichnen, noch ein kontrolliertes Kauf- und Trage-Verhalten an den Tag legen ;)

Meiner Meinung nach…
…soll Mode Spaß machen und unsere Vorzüge auf vorteilhafteste Art und Weise zur Geltung bringen, ohne uns zu ruinieren und ohne uns zu willenlosen Mode-Opfern zu machen ;)

Das Geschäft “Tønsberg” in Berlin verkauft Kleidung der Marke “Thor Steinar” und dieses gilt als beliebtes Label von Neo-Nazis.

Thor war ja der Wetter beziehungsweise Donnergott der Germanen, auch mal Donar genannt. Das eine “Modemarke” sich so nennt und dazu noch den Namen Steinar sozusagen als Nachnamen wählt, ist schon bezeichnend.

Diese Marke wurde vor ungefähr fünf Jahren in Königs Wusterhausen von zwei Herren gegründet, von denen keiner Steinar oder Thor heißt. Die Marke bietet Herren- und Damenmode an. Diese Kleidung fällt auf durch Runenzeichen und schlichte Machart – total langweilige Kleidung meiner Meinung nach, aber natürlich bekannt an Mitgliedern bestimmter politischer Randgruppen. Es geht ja auch um ein Statement der Kunden, das kann man auch an dem Video sehen, das auf der Web-Seite zu finden ist, das wohl die Legende von “Thor Steinar” in Laufschrift erzählt. Mit schwülstiger Musik hinterlegt läuft da Schriftzug für Schriftzug durch, ich muss ganz ehrlich sagen, ich mochte es nicht zu Ende lesen.
Besagter Laden war bis vor kurzem in einem anderen Viertel Berlins, wo der Mietvertrag nicht verlängert wurde und auch Anwohner regelmäßig Protest gegen den Laden eingelegt zu haben scheinen. Seit Freitag gibt es den Laden, ironischerweise in der Rosa-Luxemburg-Straße, erst wurde demonstriert, heute morgen wurde die Fassade mit Farbbeuteln beworfen. Das kann ja heiter werden…

Ich sage ganz ehrlich, ich mag diese Klamotten nicht, ich mag keinen dieser Läden und die Leute, die ab und zu davor stehen sind mir auch nicht sympathisch. Ich bin sogar für weiträumiges Umgehen solcher Läden und ich kann gut verstehen, wenn die Menschen so etwas nicht in ihrer Nachbarschaft haben wollen.
Zur Demonstration fanden sich ganze sechzig Leute ein, ist das viel oder wenig in einer Stadt wie Berlin?

Sollten es nicht mehr Demonstranten sein oder schenkt man der Angelegenheit zuviel Aufmerksamkeit?

Nächste Seite »