» Ökomode

Nachhaltigkeit spielt auch in der Mode eine stetig größer werdende Rolle. Immer mehr Mode-Labels erkennen diesen Trend und setzen auf nachhaltiges Design und eine ökologisch korrekte Verarbeitung.

Die wachsende Schnelllebigkeit und Wegwerf-Mentalität unserer Gesellschaft spiegelt sich besonders deutlich in der Mode wieder. Was heute noch Trend ist, ist morgen vielleicht schon wieder out. Die Modeindustrie versucht Schritt zu halten und befriedigt mit teilweise schockierenden Produktionsbedingungen den steigenden Massenkonsum. Doch vielerorts ist bereits ein Umdenken zu spüren. In Zeiten von Unsicherheiten und Krisen findet eine merkliche Rückbesinnung auf Werte und Traditionen statt. Man sehnt sich nach mehr Beständigkeit und Nachhaltigkeit, was sich auch zunehmend zum Kaufkriterium entwickelt.

Dass Öko nicht mehr gleichbedeutend mit Jutebeutel und Jesuslatschen heißt, ist wohl den meisten mittlerweile klar. Spätestens seit der Konzern H&M auch auf Biobaumwolle setzt, ist die Nachfrage erheblich gestiegen. Doch wer auf dem Land wohnt, sieht da ziemlich schnell ganz schön alt aus. Zum Glück gibt es auch eine große Auswahl an online Shops mit modischen, fair gehandelten und ökologischen Produkten.

Ökomode  ©Flickr.com/Creole Collection

Coole Ökomode für alle

Ökomode ist nicht gleich Ökomode. Klar, wenn man den Begriff bei Google eingibt, wird man bestimmt auch massig Artikel und Shops für Schlabberpullis aus Schafswolle und unförmige Stoffhosen in Lila und Orange finden. Unabhängig davon hat sich aber in den letzten Jahren eine große Anzahl an jungen Designern mit dem Thema beschäftigt und sich überlegt, wie man fair gehandelte Kleidung so modisch wie möglich gestalten kann, dazu jedoch auch noch unter umweltfreundlichen Bedingungen herstellt.

Eine ganz schöne Herausforderung! Denn umsonst sind die Teile von H&M und anderen großen Bekleidungsketten nicht so günstig. Die Preise zahlen entweder die Arbeiter, die zu Niedriglöhnen im Akkord unter miserablen Bedingen arbeiten, teilweise sogar Kinder, oder aber die verwendeten Materialien sind schwer mit Pestiziden belastet.
Trotzdem kostet coole Ökomode nicht die Welt, viele von uns haben nur vor lauter „Geiz ist geil“ Mentalität vergessen den Wert von Produkten überhaupt noch realistisch einzuschätzen.

Politische Mode war eine zeitlang total modern. Da trugen sogar Menschen T-Shirts mit Aufschriften, von denen sie sich gar nicht bewusst waren, was sie bedeuteten.

Meiner Meinung geht so etwas gar nicht. Wenn man schon Mode mit politischen Background trägt, dann sollte man absolut dahinter stehen.

Außerdem sind solche Kleidungsstücke nur in der Freizeit oder für Hartgesottene an Bildungseinrichtungen zu tragen. Im beruflichen Alltag ist so etwas einfach undenkbar und ich finde auch vollkommen unangepasst.

Es gibt T-Shirts mit Aufschriften “Für Solidarität und freie Bildung”, welche Einsatz fanden, als es darum ging in Hessen die Studiengebühren abzuschaffen. In einem knalligem gelb waren sie zu erwerben und zeigten so den Studenten ein Gemeinschaftsgefühl mit Aussagekraft.

Auffällige Farben und klare Ansagen bringen bei Demonstrationen die Geradlinigkeit, welche von Nöten ist, wenn man etwas schnell und einfach erklären sowie erreichen möchte.

Politische Mode ist für mich vor allem dann interessant, wenn eine Großgruppe mit guten Ideen etwas vertritt und ändern will.

Es darf jedoch niemals radikal, gewaltverherrlichend oder ausschluss-orientiert sein!

Stella Mc Cartney verzichtet auf jede Art von tierischen Materialen, aus Prinzip.

Lederfetzen © flickr / quapan

Diese Britin hat es einfach drauf. Sie brauch keine protzigen Details geschaffen durch Leiden von Tieren.

Anfang diesen Jahres brachte sie eine Pflegeserie mit Care auf den Markt und die Sachen fanden reisenden Anklang auf der Insel. Vor allem unter dem Laber Adidas by Stella Mc Cartney hat sie Erfolg.
Seit 2004 besteht die Kooperation mit Adidas und ist berühmt für ihre funktionale Golfermode. Auch Designer wie Yohji Yamamoto oder Y3 schätzen ihre Zusammenarbeit.

Hier ein Blick in ihr Leben:

Ich finde Hausschuhe super. Man hat immer warme Füße, läuft nicht mit den dreckigen Straßenschuhe durch das Haus und die Strümpfe werden nicht unansehlich.

Filz © flickr / Ray_chel

Filzen ist neben dem Stricken, einer der angesagten Hobbies zur Zeit. Eine Freundin von mir hat sich ihren Schlüsselanhänger selber gefilzt und ich war total begeistert davon. Jetzt sind wir dabei Hausschuhe selber zu machen.

Was ist Filz überhaupt?

Filz entsteht durch eine trockene Vernadelung, dass bedeutet, es wird nicht gewebt. Ziel ist es, eine Verfestigung des Stoffes zu erreichen, welches man durch Bearbeitung erreicht.
Hausschuhe stammen übrigens aus dem Orient und sind seit der Antike vertreten. Viele ziehen auch Pantoffeln an, um ihren Boden zu schonen. Gerade weiches Holz wie etwa Buche ist ein sehr empfindlicher Bodenbelag.

Besonders lustig finde ich die Idee Hausschuhe als Putzwerkzeug zu benutzen. Mir geht es auf den Keks, wenn sich durch meinen Laminat immer wieder so schnell Staubflocken bilden. Da hätte ich persönlich nichts gegen antistatische Puschen. Es ist auf jedenfall ein Trend, den ich gerne weiterempfehle.

Wie mache ich mir meinen eigenen Hausschuh?

1.) Fuß auf Pappe umranden
2.) Filz zuschneiden
3.) Filz am Fuß verfestigen
4.) Sohle dran nähen

Zur Zeit sehe ich überall Socken. Socken über der Hosen, Strümpfe am Handgelenk, es scheint einfach kein Ende zu nehmen.

Socken © flickr / AnnaKika

Vor ein paar Tagen ging ich Richtung Hauptbahnhof und ehe ich ihn betreten konnte, kam eine Punkerin auf mich zu um Geld zu schnorren. Sie trug einen Kapuzenpulli und eine Hotpants. Damit sie nicht ganz so fror, hatte sie über ihre Seidenstrumpfhose Overkneesstrümpfe gezogen.

Dona Beatriz – eine Marke, von der man vielleicht noch nicht viel gehört hat, doch Insider schwören auf sie. Nicht nur in Sachen Mode, sondern auch beim Thema Einrichtung kann man darauf vertrauen, immer etwas passendes zu finden.

Guatemala Folklore © flickr / cristianocani

Mit Mode die Welt verbessern.

Ich habe mich hier ja schon mehrfach zu “Ökomode” geäußert, heute stelle ich ein Label zum Thema vor:
„Armedangels“ – Bewaffnete Engel also – nun ja… Die haben sich also vorgenommen, die Welt positiv zu verändern, was ja erstmal sehr löblich ist ;)

Was genau machen die?

Das Berliner Label Kaviar Gauche kreiert luxuriöse Mode mit einem Hauch Avantgarde.

Feminine und avantgardistische Mode hat Kaviar Gauche in kurzer Zeit in Deutschland sehr erfolgreich gemacht. Ab 2008 soll es neben der Luxuslinie auch eine exklusive Kollektion für Karstadt geben.
Bestehend aus den beiden jungen Designerinnen Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl haben ihre Modefirma Kaviar Gauche getauft, was eher eine Botschaft als ein Name ist: Als “gauche caviar”, Kaviar-Linke, bezeichnet man in Frankreich Salonsozialisten. Inspirieren lassen die beiden sich von organischen und dynamischen Formen, die sie mit funktionalen Elementen kombinieren. So entstanden beispielsweise die Lamellen-Tasche, die Lamellen finden sich aber auch an Röcken wieder.
Die feminin-eleganten Entwürfe der Berliner Designerinnen werden hauptsächlich in Japan und Deutschland, aber auch in Frankreich, Italien, USA oder Kuwait verkauft. Bekannte Filmschauspielerinnen wie Heike Makatsch und Charlize Theron tragen auch schon mal Kaviar Gauche und die zwei Designerinnen haben inzwischen viele internationale Preise gewonnen, zuletzt bei der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin 2007.
Die Sommerkollektion 2008 beinhaltet wieder organische und funktionale Elemente, frei nach dem Motto “Pixel-Romantik”werden Natur und Technik kombiniert. Das zeigt sich in zart gerafften Blütenornamenten, Schuppenkleidern und ähnlichen Designs, die in hellen Grautönen mit schwarz kombiniert werden.

Das Label vertreibt auch Accessoires, unter anderem auch eine Abendtasche, die elegant und hochgradig funktional daherkommt und unter ökologischen Gesichtspunkten hergestellt wurde. In Zusammenarbeit mit der Kosmetikfirma Dr. Hauschka fließt der Reinerlös dieser besonderen Tasche in ein Hilfsprojekt in Afghanistan. Die auf vierhundert Stück limitierte Tasche ist für rund 150 Euro in verschiedenen Boutiquen erhältlich, aber auch im Berliner KaDeWe.

Modetrend “Öko” – Schick oder erkauftes gutes Gewissen?

Öko- Biene an der Blume © flickr / aussiegallBei der Ernährung ist sie uns ja nicht neu, die ökologische Frage – und wann man ein gutes Gewissen haben kann oder es sich einfach nur “erkauft” ist eine Frage, die sich so nicht einfach beantworten lässt. Denn, wie uns ja nun schon länger bekannt ist, ist nicht überall, wo “Bio” drauf steht auch “Bio” drin.

Bei der “Mode” hat sich diese Frage lange nicht gestellt. Früher war “Öko” in Bezug auf Kleidung eher negativ, denn Öko bedeutete salopp gesagt: Unförmige Schuhe einer bekannten Firma zu tragen, unförmige selbstgefärbte oder gar selbstgestrickte Kleidung zu tragen und Kosmetik war tabu, es sei denn selbst gemacht aus naturbelassenen Zutaten. Langsam wandelte sich das, die Gesundheitsschuhe gewannen an Farbe und Chic und die Mode wurde mit Lagen-Look und Wildseide aufgepeppt. Naturkosmetik ist auch schon länger im Trend, wie man an dem erfolgreichen Konzept des “Body-Shop” gut sehen kann. Dann kam die schadstoffgeprüfte schwarze Wäsche und seit einiger Zeit tummeln sich exklusive, ökologisch korrekte und schicke Designermoden auf den Laufstegen in Paris, “Cannes” oder Mailand.

Nun aber kommen wir wieder zu dem Problem: Wo ist auch wirklich “Öko” drin und steht nicht nur dran? Wen das interessiert, dem besteht einiges an Recherche-Arbeit bevor. Zwar gibt es für den Verbraucher nur begrenzte Sicherheit, ähnlich wie bei den Lebensmitteln, denn die Prüfverfahren sind unterschiedlich, verschiedene Kriterien werden diversen Gütesiegeln zu Grunde gelegt, die sich einem nicht sofort erschließen. Und da es noch keine “Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie….”-Bestimmung gibt, heißt es, selbst ist die Frau/der Mann. Aber ein junges Portal hilft bei der Suche nach Informationen: www.oeko-mode.info

Hier wird über Mode-Hersteller berichtet, “fair-wear” erklärt und Literatur-Tipps gegeben.